Ich lese gerade … VI

Tomas Espedal     –    Biografie, Tagebuch und Briefe    (Berlin 2017)


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Eine lose Folge von autobiografischen Notizen. Die Texte kreisen – teilweise in Gedicht-, teilweise in Briefform – um Liebe und Sterben, Boxen und Schreiben. Es geht um innere Zustandsbeschreibungen. Sehr genau und doch mit Abstand erzählt der Norweger Tomas Espedal von seinen Empfindungen und Gedanken während er kurz hintereinander am Sterbeprozess zweier nahestehender Menschen teilnahm. Er beschreibt Schwebepositionen zwischen Denken und Fühlen. Ein Sich-Gewöhnen an Verändertes, das Wieder-Herausfallen aus dem Gewöhnen. Die Öffnung für andere Lebenswege, die ihm daraus erwächst. Das Verfestigen seiner Selbst im Schreiben, das seine ganze Person bestimmt. Einen eigenen Raum braucht, die Ereignisse umformt in Sprache. Ein fremdes Erleben.


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