Wie man Muster verbindet

Eine Ausstellung von Mia Unverzagt und Marc Weisser im Syker Vorwerk vom 18.7.-26.9.2021

Öffnungszeiten Mi/Sa 14-18.00 Uhr

Sonn und Feiertags 11-18.00 Uhr

http://www.syker-vorwerk.de


Auf den ersten Blick könnte man glauben, man habe sich in ein ethnologisches Museum verirrt. Die Bremer Künstlerin Mia Unverzagt zeigt zusammen mit Marc Weisser im Vorwerk Syke farbenfrohe Textilien und Kleidungsstücke aus Guatemala und Südmexiko, Regionen, die sie auf ihren Reisen von 2016-2019 besuchte. Es handelt sich um traditionelle Kleidungsstücke, handgewebte und bestickte Stoffe in vielen Rottönen. Dazu schwarz und weiss als Untergründe, pink , violett und etwas grün als Kontrastfarben.

‚Wie man Muster verbindet‘ nennen die beiden ihre Ausstellung und tatsächlich sind viele geometrische Muster im Zusammenspiel zu sehen. Ihre Recherche geht jedoch viel weiter und untersucht die Wirkung von Kleidung auf den Körper und Selbstbewusstheit, auf kulturelle Identität, Zusammenhalt von Gemeinschaften. Desweiteren stellen sie Fragen zu Technologie und Kleidung, die sich selbstverständlich ebenso auf unsere Lebenswirklichkeit beziehen.

Mia Unverzagt geht damit konsquent ihren Weg weiter von der Untersuchung zur Kittelschürze als Arbeitskleidung und prägende soziale Aussage hin zu einer Mode, die sich inzwischen auch die gezeigte traditionelle Kleidung anderer Kulturen einverleibt hat. Mit der Folge, daß diese für die sie ursprünglich tragende und herstellenden Menschen unerschwinglich geworden ist. Oder ist es genau anders herum? Hat die billige Kleidung westlichen Zuschnitts die Proportionen verzerrt ? Themen wie Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft klingen mit an.

In der Ausstellung werden die Unterschiede in der Idee von Kleidung deutlich:

‚Die uralte Technik des Rückenwebstuhls ist ebenso Teil dieser Geschichte wie die Tatsache, dass traditionelle Kleider ohne Zuschnitt aus den Webstücken hergestellt werden, wie sie vom Webstuhl genommen werden und mit komplexen Falt und Bindetechniken an den Körper angepaßt und befestigt werden. Bei uns hingegen wird praktisch jedes Kleidungsstück zugenschnitten und durch Nähen in eine spezifische Form gebracht.‘ (aus dem Ausstellungsbegleitheft)

In zwei Videosquenzen werden Bewohner der Region zu ihrer Kleidung befragt. Sie erzählen wie wertvoll diese traditionellen Kleidungsstücke für sie persönlich sind. Teilweise von den Müttern eigens gefertigt, sind sie mit festlichen und rituellen Anlässen angereichert, geben sie ihren Trägern Schutz, Haltung und Herkunft.

Spannend auch, wie ähnlich männliche und weibliche Kleidung dadurch aussehen kann. Wunderbare Fotos sind in der Reihe ‚wie berührend‘ zu sehen, auch dies ein mehrfach zutreffender Titel. Das jeweilige Foto berührt, die Menschen auf den Bildern berühren sich, die Kleidung berührt den Körper…

Der umfangreiche Ausstellungskatalog für 10,-€ weist noch deutlicher auf diese Verbindungen hin.

Zeichnen IV: grids

Jüngere KünstlerInnen scheinen sich vermehrt mit Netzen und Strukturen zu befassen, insbesondere mit den feinen Abweichungen, die durch die Bearbeitung per Hand entstehen. Geht es um das menschliche Unvermögen zur handwerklichen Perfektion, das aber jeweils durch die Fähigkeiten des Gehirns, über das Unregelmäßige hinweg zusehen, ausgeglichen wird? Oder um eine Aufforderung zum besserem Hinsehen und sich nicht mit einem ersten Eindruck zufrieden geben? Das Ausreizen der Kontraste zwischen Sinnlichem und Abstraktion ? Und lassen sich die Drucke von Linda Grüneberg und die Papierschnitte von Fiene Scharp überhaupt als Zeichnungen lesen? Bei beiden vorgestellten Künstlerinnen ist es aufschlußreich, den Herstellprozess zu kennen. Hören wir sie selbst:

Fiene Scharp

Entscheidend für meine Auseinandersetzung mit Rasterstrukturen ist für mich die Normativität aufzulösen und unmerkliche Unregelmäßigkeit zu erzeugen.

Gerade beim manuellen Herstellungsprozess treten kleinste Differenzen auf, welche erst bei genauerem Hinsehen zu erkennen sind.

Was auf den ersten, fernen Blick nach Perfektion und Präzision aussieht, fordert eine genaue Betrachtung der kaum sichtbaren Abweichungen.

Durch die Brüchigkeit der Materialien, Oberflächen und Strukturen wird die Gleichförmigkeit des Ausgangsmaterials durchbrochen. (http://fienescharp.de/de/about/)

CV Die Berlinerin Scharp, eine ehemalige Goldrausch Künstlerin, studierte Bildende Kunst an der UdK Berlin bei Gregor Schneider, Alicja Kwade und Ursula Neugebauer. Ihre Werke warenin Ausstellungen an der Akademie der Künste in Berlin,[1] im Kunsthaus Graz, im Kunstmuseum Stuttgart und im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt zu sehen. Ihre Arbeiten sind zwischen Objekt, Zeichnung und Installation anzusiedeln. https://de.wikipedia.org/wiki/Fiene_Scharp


Vom 17. September 2021 – 31. Februar 2022 sind Arbeiten von Fiene Scharp in Brüssel zu sehen: works on papergroup show (aus der Sammlung von Galila Hollander-Barzilaï)

Jewish Museum of Belgium Rue de Minimes 21, 1000 Bruxelles / Belgique 


Linda Grüneberg

Das Textile ist Idee, Mittel und Thema in meiner Arbeit. Das Textile ist ein Medium, dem das Sinnliche des Taktilen wie auch das Immaterielle einer geistigen Durchdringung, eines Systems innewohnt. Diese beiden Aspekte möchte ich in meinen Bildern transportieren. (https://linda-grueneberg.de/start/)

laufende Ausstellung in Magdeburg

Linda Grüneberg arbeitet mit rechteckigen Formaten, präsentiert sie wie Webarbeiten über einem Stab wandhängend und leitet unsere Erwartungen damit in eine Richtung, die sich später als falsch erweist. Tatsächlich entstehen die so regelmäßig wirkenden Strukturen als Frottage/Durchrieb von Einzelmustern, die auf dem Blatt aneinandergefügt werden. Folglich ergebn sich durch unterschiedlichen Druck beim Durchreiben auch leicht andere Farbvalenzen, verschieben sich die Muster mitunter minimal gegeneinander. Trügermaterial ist hierbei Papier, oft kommen leichte Japanpapiere zum Einsatz, die sich deutlich anders verhalten als die schweren Teppiche, die wir im Kopf haben. Wenn wir nur über einen dieser Widersprüche stolpern, beginnt unsere Neugier zu erwachen und wir wollen mehr über den Herstellprozess erfahren.

CV

Pandemiabookart

Dieses schöne Projekt wurde 2020 von Jadwiga Tryzno, der Leiterin des privaten Buchkunstmuseums im polnische Lodz, ins Leben gerufen. Es handelt sich um die Sammlung weltweiter Reaktion von Buchkünstlern auf die Coronapandemie.

Die umfangreiche website (gestaltet vom Graphik Designer Kacper Zagdan – https://www.behance.net/kacperzagdan) stellt die sehr verschiedenartigen Projekte vor. Das ist besonders interessant im Bereich der polnischen Beteiligten. Leider sind alle Texte nur auf polnisch, sodaß der Coronabezug nicht immer klar wird, trotzdem erschliessen sich die meisten Projekte durch ihre ausführliche Dokumentation.

Kacper Zagdan

Eine alphabetische Suche nach beteiligten Künstlern ist ebenfalls möglich. Und natürlich wird auf die Künstlerwebsites verlinkt. Derzeit sind dort sicher mehr als 100 Projekte samt Künstlervita zu finden. Man bekommt auch einen Eindruck vom Entstehungsprozess der Kunstwerke und der Arbeit in den jeweiligen Werkstätten.

Katarzyna Samosiej (Szpilkowska) mit ‚Lockdown 2020‘ wäre ein Beispiel für die liebevolle Art, die Buchprojekte und Künstler vorzustellen.‚Lockdown 2020‘ zeigt ein Haus ohne Fenster, dessen Dach sich aufklappen läßt. Im Hauskorpus verborgen ein Leporello mit schwarz-weissen Tuschzeichnungen, die sich zudem noch ums sich selbst drehen.

Ein weiteres Beispiel wäre Leonor Carpinteiro mit ihrem Buch The Press and the P:

Für mehr Informationen bitte hier weiterklicken:

https://pandemiabookart.pl/

http://www.book.art.pl/index.php/en/

Lange Nacht der Kultur in Bremerhaven am 4.9.2021

UNRAST

Constanze Kreiser zeigt von 17 -22.00 Uhr im Wilke-Atelier ihre aktuellen Arbeiten zum Thema Wasser.

Es sind Holz- und Linolschnitte, die anlässlich des gleichnamigen Textes UNRAST von Olga Tokarczuk weite Landschaften des Oderbruchs im Osten Brandenburgs zeigen. Es geht um die Lebendigkeit der Räume durch Schatten, Wind oder Pflanzen. Statt eines schnellen Blickes kann man sich in die Tiefe der Bilder hineinziehen lassen und stets neue Kleinigkeiten entdecken. Diese spezielle Wirkung entsteht durch den Handabrieb, der aus jedem Druck ein Unikat macht. Alle Arbeiten sind am 4.9.2021 verkäuflich.

Die Welt im Kopf 

Meine erste Reise unternahm ich zu Fuß, quer über die Felder. Meine Abwesenheit wurde lange nicht bemerkt, und so kam ich ziemlich weit. Ich ging durch den ganzen Park, dann über Feldwege, durch Maisfelder und über feuchte Wiesen mit Butterblumen und einem Netz von Entwässerungsgräben — bis hin zum Fluss. Der Fluss war in diesem Tiefland ohnehin allgegenwärtig, er durchtränkte die Grasschicht und leckte an den Feldern.

(aus Unrast von Olga Tokarczuk)

New Horizons I und II in Potsdam

Hier stelle ich die zweiteilige Ausstellung von Mitgliedern des BVBK im Rahmen des Projektes Werkstatt:

Kunst in Brandenburg vor.

Teil II der Ausstellung ist jetzt vom 29.7. bis zum 11.9.2021 in den schönen innerstädtischen Räumen der Produzentengalerie M, Charlottenstr. 121 in Potsdam zu sehen, gefördert durch das MWFK.

Zu verschiedenen Überthemen wie

Natur und Umwelt,

Partizipation und Gemeinschaft,

Geschichte und Erinnerung sowie

Utopien und Visionen trafen die Kuratorinnen Susanne Prinz und Christine Rahn eine Auswahl unter den Bewerbungen der Künstler des Landes Brandenburg. Nun ist Teil II dieser Auswahl in den Räumen der vom BVBK betriebenen Galerie M Werke ausgestellt, meist zeigt jeder Künstler ein Ausstellungsstück . Alle Genre von Installation bis Graphik und Skulptur sind vertreten, sodass auch ein guter Überblick über die Qualitäten der Künstler des Landes entsteht.

Stellvertretend für viele andere schöne Arbeiten seien hier nur einige Exponate gezeigt:

links Carola Czempik und rechts 2 Arbeiten von Micha Brendel
Gudrun Seiler ABER
Sabine Drasen Auswildern
Ilka Raupach Sydlisco

Im Keller findet sich zudem die Aufzeichnung der 2020/2021 geführten Künstlergespräche. Nach Regionen versammelt hatten Brandenburger Künstler auf etlichen Videokonferenzen Gelegenheit, sich vorzustellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. So ist eine Kartierung der im Land vom BVBK vertretenen Künstler mit unerwarteten Ballungsräumen entstanden. Auch dies ein gelungener Beitrag, um die 16 Monate coronabedingten Ausfall zu überbrücken.

„Nothing´s gonna change my world?“

„Nothing´s gonna change my world?“

13. August – 5. September 2021

gr_und, Seestr. 49, Berlin


Daniel Hahn und Johannes Mundinger, vom  Raum www, haben haben über 250 Künstler:innen je vier Fragen gestellt, um ein Stimmungsbild zu erstellen, wie Bildende Künstler:innen bisher durch die Pandemie kamen und welche Prognosen sie zur Zukunft, in Bezug auf die Kunst, aufstellen.

Die Antworten bilden die interaktive Ausstellung, die am 13. August 2021 bei gr_und, Berlin, eröffnet wird.

Begleitend dazu erscheint ein Katalog, der alle Antworten abbildet, mit Vorwort von Laura Helena Wurth und Grußwort von Klaus Lederer. 270 Seiten, mit Kartoncover, gedruckt bei Druckhaus Sportflieger in Berlin für 20,-€

Gefördert von Neustart Kultur, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, BBK Bundesverband.

Etwa zwei Drittel der befragten Künstler:innen lebt in Berlin. Etwa 130 sind weiblich*, ca. 100 männlich*. Die Antworten sind Englisch oder Deutsch, je nach Sprache der Künstler:innen.

Alle Künstler:innen finden sich auf www.raumwww.de, einem spielerisch erfahrbaren Online-Archiv, auf dem, seit Beginn des ersten Lockdowns 2020, Ausstellungen und kulturelle Projekte gesammelt werden, die wegen der Pandemie abgesagt, verschoben oder geschlossen werden mussten.

In diesem Dropboxordner gibt es weitere Informationen zu Ausstellung, Katalog und Raum www. (https://www.dropbox.com/sh/xk7twgunl8sh1hy/AAAbh2n2MSlotDiRWVTPB25pa?dl=0)

* * *

Im Fokus stehen also weniger künstlerische Arbeiten, als vielmehr die Beantwortung der vier Fragen:

1.

Wie sehr warst Du von den Lockdowns betroffen – und wie bist Du mit der Situation umgegangen?

2.

Inwiefern hat sich daraus Deine Arbeitssituation und Arbeitsweise verändert?

3.

Wie schätzt Du die Veränderungen für den Kunstbetrieb ein?

4.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie, aus Deiner Sicht, auf die Bedeutung der Kunst, für die Gesellschaft?


Beteiligte Künstler:innen:

Marion Fink, Anna Fiegen, Marie Athenstaedt, Tom Król, Birte Bosse, Ida Kammerloch, Friederike Feldmann, Aneta Kajzer, Eva Gentner, Aaron Scheer, Sally Kindberg, Isabella Fürnkäs, Timur Lukas, Stine Deja, Dennis Kauzner, Helena Münch, Linus Rauch, Moritz Neuhoff, p 26 Johannes Daniel, Charlie Stein, Katya Quel Elizarova, Pablo Benzo, Lenia Hauser, p 26 Kristiane Kegelmann, Lukasz Furs, Robert Westphal & Laurent Wians, Klub 7, Max Freund, Daniel Hölzl, Dagmara Genda, Antoanetta Marinov, Ursula Döbereiner, Ruppe Koselleck, Marvin Ketteniss, Daniel Karrer, Johannes Mundinger, Markus Butkereit, Kristopher Raos, Gabriele Herzog, Ellen Akimoto, Winnie Seifert, Nathalie Franz & Alexander Suvorov, Olga Jakob, J.A. Kennedy, Maria Schumacher, Tristan Schulze, Daniel Man, Susanne Bonowicz, Christian August, Shira Orion, Agne Juodvalkyte, Anna Nezhnaya, Tim Cierpiszewski, Iakovos Volkov, Lucien Murat & Charles Torris, Nelio Riga, Kevin Lüdicke, Frédéric Platéus, Christian Bär, Guy Eytan, Beate Köhne, Lukas Luzius Leichtle, Olivia Malena Vidal, Tabea Borchardt, Christian Gode, Justyna Janetzek, Tomislav Topic, Nicky Hodge, Bram Braam, Sabine Wild, Nural Moser, Isabelle Borges, Elfi Greb, Andrew Hart, Anne Wölk, Tobias Wenzel, Valentina Murabito, Georgia Krawiec, Christian Selva Huygens, Martin Knigge, Tim Trantenroth, Sebastian Menzke, Ophelia Beckmann, Uta Pütz, Manuel Kirsch, Albert Coers, Danni Pantel, Ute Faber, Christoph Rode, Peer Kriesel, Jochen Mühlenbrink, Stephan Jäschke, Oliver Thie, Catherine Seher & Sergio Femar, Kay Yoon, Anna Ehrenstein, Emma Adler, Oskar Rink, Daniel Hahn, Jenny Brosinki, Yagmur Ruzgar & Ozan Akkoyun, Sebastian Haas, Thorben Eggers, 44 Flavours, Ludwig Schult, Mario Weinberg, Obisk Premier, Aaron Bezzina, Nina Neumaier, Stan Van Steendam, Dennis Rudolph, Iaroslav Kusch, Emily Hunt, Przemek Pyszczek, Elisa Alberti, Armin Rohr, Andrea Carpita, Isa Melsheimer, Pedro Ruxa, Constanze Kreiser, Antonius Kho, Luc Demissy, Sandra Meisel, Tim Jungmann, Steve Braun, Marie-Fleur Lefebvre, Clement Mancini, Betül Aksu, Mikos Meininger, Kristin Albrecht, Matten Vogel, Elvira Akzigitova, Claudia De La Torre, Sissy Schneider, Maja Tika Hürst, Jeroen Erosie, Pia Krajewski, Eva Dittrich, Brisa Noronha, Olya Bazilevich, Martina Moon Zelenika, Darja Linder, Silvia Noronha, Ray Ewing, Coco Bergholm, Luise Marchand, Anna-Lena Meisenberg, Lisa Tiemann, Johannes Bosisio, Nils Leimkühler, Karl Kowalke, Anna Steinert, Tobias Kappel, Lexia Hachtmann, Claude Blo Ricci, Sascha Missfeldt, Matthias Reinmuth, Leonid Keller, Tomoko Mori, Elisabeth Sonneck, Marco Goldenstein, Judith Milz, Gin Bahc, Katarina Baumann, Antonia Stoyke, Catherine Rose Evans, Miriam Rose Gronwald, Andrea Karch, Alizée Gazeau, Istihar Kalach, Enrico Bach, Anina Brisolla, Michelle Jezierski, Kathrin Ganser, Mirsini Artakianou, Christiane Behr, Solweig De Barry, Jan-Hendrik Brinkmann, Darja Shatalova, Robert Šalanda, Lukáš Machalický, Annelies Kamen, Maja Behrmann, Dave Grossmann, Juliane Tübke, Clemens Behr, Anna-Clara Stahl, Giulia Siviero, Björn Streeck, Teresa Mayr, Leo Elia Jung, Susanne Schmitt, Anna Gille, Lisa Marie Schmitt, Toni Mauersberg, Eva Pedroza, Manuel Stehli, Fabian Warnsing, Yasmin Bassir, Julie Legouez, Studio Offbeat, Annabelle Agbo-Godeau, Laurentius Sauer, Moritz Lindur, Antonia Rodrian, Anisia Affek, Sophia Uckmann, Paula Valenzuela Antunez, Gal Sherizly & Nhu Huynh, Max Neumann, Marta Djourina, Fette Sans, Johanna Schlegel, Jane Garbert, Sophia Domagala, Lotta Bartoschewski, Katy Hundertmark, Xavi Ceerre, Ella Becker, Jana Mertens, Verena Issel, Ida Lawrence, Duncan Passmore, Blazej Rusin

Davon aus Berlin zum Beispiel:

Aneta Kajzer, Anna Ehrenstein, Clemens Behr, Friederike Feldmann, Isa Melsheimer, Jenny Brosinski, Lisa Tiemann, Manuel Stehli, Moritz Neuhoff, Tomoko Mori

* * *

Vorgeschichte:

Raum www ist ein Onlinearchiv, das Ausstellungen und kulturelle Projekte sammelt, die wegen der Pandemie abgesagt, verschoben oder geschlossen werden mussten.

Gegründet wurde es mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020, durch die Berliner Künstler Daniel Hahn und Johannes Mundinger: http://www.raumwww.de

Auf einer hierarchiefreien, in alle Richtungen scrollbaren Fläche (vergleichbar mit Google Maps), gibt es je ein Bild einer Arbeit einer*s Künstlers*in, zu dem bildschirmfüllend gezoomt werden kann. In einem Popupmenü finden sich Informationen zu Künstler*in, Arbeit und Ausstellung.

Neben dem Sammeln verhinderter Ausstellungen, organisieren Johannes Mundinger und Daniel Hahn auch selbst welche.

Nach einer Ausstellung in einem Park (Auerpark, Juni 2020), in einer Galerie in Berlin-Mitte (Galerie Neurotitan, Oktober 2020), im Schaufenster eines Neuköllner Projektraumes (HilbertRaum Dezember 2020), einer Wanderausstellung, die an private Haushalte verlost wurde („Hausarbeit“ März bis Mai 2021) ist Nothing´s gonna change my world? die fünfte Ausstellung unter dem virtuellen Dach Raum www.

(Text und Bilder von http://www.raumwww.de)

243 Postcards for Perec – a project by Linda Parr – 1.6.-31.7.2021 in Bristol/UWE

Dies ist ein partipatives Projekt, was Linda Parr schon 2020 für den 40. Todestag Perecs am 3.3.2022 begonnen hat: Sie forderte auf zu frei assozierten bildlichen Ergänzungen zu den 243 Text-Urlaubsgrüssen, die Georges Perec 1978 an Italo Calvino sandte. (https://archive.bridgesmathart.org/2018/bridges2018-253.pdf)

Diese waren jedoch alles andere als spontan und auch nicht von unterwegs verschickt worden. Stattdessen entwickelte Perec ein Muster, mit dem er die Stereotpien von Ortangaben, eigenem Zustand, Essen und Heimkehr 243 mal neu kombinierte. Derzeit sind alle dazu eingesandten Bild-Postkarten in der Bower Ashton Library in Bristol zu sehen. Als Wanderausstellung werden sie auch an anderen Orten bis Ende 2022 gezeigt werden.


Linda Parr on her project, which travel around till the end of 2022:

I’m delighted to confirm that the project will indeed be exhibited in the Bower Ashton Library of the University of the West of England, in Bristol, from June 1st to July 31st.
Covid precautions mean that the library will only be open to staff and students, but all the works will be formally displayed in a manner suitable for your CVs, résumes and personal satisfaction.
I will of course put photographs on Twitter and Instagram.
Despite this soft launch, it will be only the beginning of the adventure for the postcards, they will travel to other venues over the next couple of years. 

It will be the 40th anniversary of Georges Perec’s death next year, a timely reminder of how his works continue to fascinate and inspire. 

So, the project has had its ’soft’ launch, but things are far from over yet, a touring exhibition and a publication are in the offing! I’m looking at a touring schedule for the exhibition now, thank you to those of you who have already contacted me about this.
The publication is underway. I’m delighted to announce that Mireille Ribière, renowned Perec scholar, board member of the Association Georges Perec, (and a fellow postcard artist) is going write a bilingual essay, and Philip Terry, the editor of The Penguin Book of Oulipo, has already written a generous foreword.

https://www.translatetheweb.com/?from=en&to=de&ref=SERP&dl=de&rr=UC&a=https%3a%2f%2fwww.bookarts.uwe.ac.uk%2fperec21%2f


Monstera Monkey Mask: Katrin Magens im Kunsthaus Salzwedel

Vergangenen Sonntag (11.7.2021) ging die Ausstellung Monstera Monkey Mask im Kunsthaus Salzwedel zu Ende, die seit dem 9.10.2020 lief und coronabedingt mehrfach über den 10.1.2021 hinausverlängert wurde. Die Dannenbergerin Katrin Magens zeigte mit Holzschnitten, Zeichnungen, Skulpturen und Skizzenbüchern einen reichhaltigen Überblick ihrer vielfältigen künstlerischen Aktivitäten.

Schon auf den 1. Blick fühlt man sich in die zwei gegenüberliegenden Räume im Obergeschoss des Kunsthauses eingeladen. Die blaue Wand mit den vier großformatigen, in ihren Ocker-Schwarztönen afrikanisch anmutenden Drucken auf Damast leuchtet in den Flur. Im anderen Raum scheint es farblich zurückhaltender zuzugehen: eher blau-pastellfarben und in hellen Holzrahmen gefaßt sind dort Themengruppen arrangiert, eine hinterleuchtete Gruppe kleinerer Skulpturen auf Sockeln zeigt sich erst bei Betreten des Raums.

Katrin Magens mehrschichtige Drucke arbeiten viel mit schwarz. Auf den Blättern mischen sich flächige Formen, die teilweise Durchblicken auf das dahinterbefindliche zulassen, mit Liniengruppen, die ebenfalls eine Verbindung zum Hintergrund herstellen. Alle größeren Flächen sind belebt, zeigen zurückhaltende innere Strukturen, verlocken zu einem immer genaueren Hinsehen. Räumlichkeit entsteht auf Magens Holzschnitten durch Überdruckungen, also einem Davor und Dahinter, denen sich die gewählten Farbhelligkeiten manchmal widersetzen, oder durch ein Zusammenfassen verschiedener Formen mit schwarzen Linien im letzten Druckgang. Alle größeren Flächen sind durch zurückhaltende innere Strukturen belebt, die Drucke verlocken so zu einem immer genaueren Hinsehen.

Die Skulpturen von Katrin Magens benehmen sich ähnlich wie ihre Drucke: sie entstehen aus Gruppen von kompakt-gnubbeligen Körpern und leichten sie umschwirrenden Linien in Form von Drahtgeflechten und Stützmaterialien. Auch hier kippt der Besucherblick zwischen den beiden Angeboten hin und her. Die Plastiken werden durch unterschiedliche Materialien wie Holz, Wachs, Eisen und gefüllte Stoffhüllen mit vielfältigen Motiven aufgeladen, die sich nicht unter einem Thema zusammenfassen lassen und damit viel Platz für Spekulationen anbieten.

Glasvitrine mit Tagebüchern

Als weiterer großen Themenkomplex sind die Katrin Magens Tagebücher ausgestellt. Ich stelle mir vor, dass sie auf den Reisen entstehen, von denen Katrin Magens Bilder erzählen. Beispielhaft ist eine Gruppe von kleinformatigen Zeichnungen zu einem großen Wandbild gefügt, denn die Vitrine mit etwa 20 gleichformatigen Tagebüchern ist verschlossen. Man kann aber Collagen und Zeichnungen erkennen, die sich in einem stringenten Farbraum von schwarz-rot-ocker zu bewegen scheinen. Wer es genauer wissen möchte, dem sei der wunderbare Katalog ebendieser Tagebücher empfohlen, der anläßlich dieser Ausstellung entstand und zur Ansicht und zum Kauf ausliegt.


Weiterführende Informationen:

http://www.hinterhaus.de

http://www.kunsthaus-salzwedel.com

Aktuelle Ausstellung Galerie 40 in Berlin

Young-ja Zimmermann
Gabriele Nocker
„Crossing“

3.7. -16.7.2021 Öffnungszeiten:

Mittwoch – Sonntag:   15:00 Uhr –  18:30 Uhr
und nach Vereinbarung –  Tel. 0170 807 95 86

KUNST40 

Breite Straße 40
14199 Berlin-Schmargendorf

Schnell muss man sein, um die am vergangenen Wochenende eröffnete Ausstellung „Crossing“ der beiden Berliner Künstlerinnen Young-ja Zimmermann und Gabriele Nocker in der Schmargendorfer Galerie 40 anzuschauen, denn sie läuft nur zwei Wochen (noch bis zum 16.7.2021). Doch es lohnt sich. Klein und kompakt wird dort ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Farben und Formen angeboten, das ganz entspannt Gemeinsamkeiten der Keramiken von Gabriel Nocker und den Malereien von Young-ja Zimmermann herausstellt.

Die stark farbigen wandhängenden Arbeiten von Young-ja Zimmermann sind auf der Grenze zwischen Abstrakt und Landschaft verortet. Sie selbst nennt Naturfragmente als ihren Malanlaß. Je nach Abstand zum Bild springen die Eindrücke zwischen diesen Fragmenten und räumlichen Anordnungen hin und her. Es macht Freude, die vielen kleinen zeichnerischen Details, eingebettet in rote, blaue oder gelbe Farbflächen, zu entdecken.

Ähnlich genau hinschauen muss man bei Gabriele Nockers Skulpturen. Die leicht schrägen Kuben in Raku Technik im Eingangsraum haben mit ihren Krakelüren ebensoviel Sehenswertes zu bieten wie die keramischen Kompositionen mit Eisenfundstücken, die um die Ecke als Gruppe von fünf aufmarschiert sind. Verspielt und figrativ, so verschiedenee Oberflächen, dass man gern mit der Hand drüberstreichen möchte.

Im zweiten Raum ist die Farbigkeit etwas zurückgenommen: eine graue Doppelskulptur im Fenster harmoniert mit den beiden hellen Papierarbeiten, die zeichnerisch-verschwommene Stadtstimmungen zeigen. Die beiden Tonskulpturen im Fenster könnten sich evtl. gerade darüber unterhalten?

Eine Arbeit ist tatsächlich gemeinsam entstanden: auf den leicht geniegten und verdrehten Kuben von Gabriele Nocker hat Young-ja Zimmermann die Oberflächen gestaltet. Sie stehen mit einem ähnlichfarbigen Gemälde im Dialog.

www.koreanarts.de

www.gabriele-nocker.de

Der Hände Tun 7.6.-17.7.2021

Mikos Meininger in der Kunsthalle Brennabor in Brandenburg


‚Es ist höchste Zeit: Mikos Meininger zeigt Malerei, Grafik, Skulpturen und Künstlerbücher in der Kunsthalle Brennabor. Er selbst bezeichnet sich als „Materialbetrachter“, uns erscheint er wie ein Magier, der immer wieder aufs Neue zu überraschen weiß.
Mikos Meininger erforscht das Unbekannte. Das Verborgene. Das Fremde. Die genreübergreifenden Arbeiten befruchten und bedingen einander. Bewusst hält er den Einsatz der Mittel reduziert und steigert den Ausdruck durch die individuelle Bearbeitung der Oberflächen. Seine Werke: Unverwechselbar und leuchtend!

Meininger ist seit 32 Jahren Mitherausgeber der Literatur- und Kunstzeitschrift HERZATTACKE. Im Rahmen der Ausstellung werden Arbeiten von über hundert Kolleg*innen dieser einzigartigen Publikation zu sehen sein.
„Der Hände Tun“ wird Sie berühren, erfreuen, irritieren und stärken.

Versprochen!

Christian Kneisel‘ (Kurator der Ausstellung)


Eine wunderbar reichhaltige Ausstellung mit Malerei, Skulptur und Graphik zeigt derzeit der Potsdamer Künstler mit dem Hut in der Kunsthalle Brennabor gleich am Bahnhof der Stadt Brandenburg. Meininger hat die Ausstellung so aufgebaut, dass auch die Schattenwürfe seiner Bronzen auf den Wänden spielen.

Gleich im Eingangsbereich gibt es eigene und fremde Künstlerbücher zu entdecken. Meiningers Stärke zeigt sich auch in der Kunstvernezung: seit 10 Jahren ist das Kunsthaus Sans-Titre in Potsdam mit einem vielfältigen Programm unterwegs, das sich aus Beiträgen der (bildlichen und textlichen) Künstlern der Herzattacke und verschiedenartigster musikalischer Veranstaltungen zusammensetzt. Das zeigt sich auch im umfangreichen Begleitprogramm der Brandenburger Ausstellung: unbedingt hingehen.


https://freunde-kunsthalle-brennabor.com/