BUCHSTABENSPEICHERMEDIUM – Studie

 

 

Deswegen ist meine Miniatur auf das Schreiben als kulturelle Errungenschaft bezogen. Es ist aber kein Buch als typischer Ort von Schrift in den letzten Jahrhunderten geworden. Sondern eine grüne Box mit dem Titel BUCHSTABENSPEICHERMEDIUM.  Meine nach oben offene Steckbox lässt sich ein- und ausfalten, verändern, macht Angebote: einzelne Karten sind zur freien Auswahl entnehmbar. Zusammenlegt werden sie zu Bildern. Inhaltliche oder formale Zusammenhänge sind für jeden frei wählbar. Reihenfolgen, Kausalitäten und Zeitschienen (also typische Bestandteile von Büchern) sind aufgehoben.

Inhaltlich geht es bei BUCHSTABENSPEICHERMEDIUM um eine Stellungnahmen zum Thema Buch, aber auch zu den fließenden Grenzen zwischen Schrift und Bild. Aus der grauen Folie der Sprache sind Buchstaben herausgeschnitten. Als leicht unscharfe Fotos verlieren sie ihren Aussagecharakter und werden zum Bild.

Die Aussage wird von schwarzen Digitaldrucken übernommen: Zitate zum Thema Buch überlagern die fotografierten Buchstabenfolien. Der Begriff ‚Buch‘ als Schrift-Medium wird hier von verschiedenen Schriftstellern und Philosophen als persönlicher Gesprächspartner, als Bewahrer von Kultur und Wissen über viele Jahrhunderte vor Augen geführt.

 

 

 

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Ein Buch über Nichts entsteht …

 

Fotos von Wasser und Wasserdarstellungen auf Gemälden der letzten Jahrhunderte stehen sich in ihren verschiedenen Sichtweisen und Unschärfen gegenüber.

Dazwischen und darunter Texte, die sich mit nichts beschäftigen. Auf sandfarbenem Recyclingpapier.

 

 

Deutsche UNESCO-Kommission März 2018

Künstlerische Drucktechniken sind Immaterielles Kulturerbe

 

Es ist eine herausragende Anerkennung und Bestätigung für die Relevanz von Druckkunst: Die „Künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen“ sind mit Beschluss der Deutschen UNESCO-Kommission im März 2018 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Gedruckte Text- und Bildmedien sind seit mehr als 500 Jahren Teil der europäischen Kultur und Wissensgesellschaft. Seit 1500 waren der Kupfertiefdruck und der Hochdruck und ab 1800 auch der Stein- und Lichtdruck sowie der Durchdruck die wesentlichen Techniken für die Herstellung von Printmedien. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte unter Beibehaltung der Grundprinzipien der Übergang von der Handwerkstechnik zum industriellen Druck. Der handwerkliche Bereich wurde im künstlerischen Umfeld weitergepflegt. Beispiele hierfür sind die Künstlergruppe „Die Brücke‘‘ und die Collagenkunst des Dada.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wird die Nutzung traditionell-manueller Drucktechniken nur noch von Künstler*innen, in künstlerischen Druckwerkstätten und in Museen sowie schulisch weitergeführt, erhalten, gepflegt und vermittelt. Industrielle Produktion und technologischer Fortschritt führen jedoch dazu, dass das Wissen über und das Ausüben von historischen Handwerkstechniken im Druckwesen verdrängt werden.

Durch die Anerkennung wird das Bewusstsein für die künstlerischen Drucktechniken als immaterielles Kulturerbe gestärkt und in die breite Öffentlichkeit getragen.

Humboldt über Sprache

 

In blaugrüne Sprachgründe absinken

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Humboldt Ausstellungsexemplar Menschlicher Sprachbau 2018 C.Kreiser
In seinem Text von 1836 denkt Wilhelm von Humboldt ausführlich über die Entstehung von Sprache nach und vergleicht die sehr unterschiedlichen Sprachen der Welt hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, den als gegeben angenommenen Sprach- und Denkimpuls in Sprache umzusetzen.

Dass Komunikation fortlaufend nichtsprachlich stattfindet, zeigen die beigefügten Illustrationen.

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Humboldt 2018 Menschlicher Sprachbau Situationen dunkelblau

Wilhelm von Humboldt (1836)

Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluß auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts 

 

 

Eugen Gomringer Berlin 2018

 

Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

 

Eugen Gomringer…
wurde am 20.Januar 1923 geboren und ist ein Vertreter der Konkreten Poesie.

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2011 vergab die Alice Salomon Hochschule Berlin den Poesie-Preis an den Dichter. Das oben zitierte Gedicht ‚Avenidas‘ (1951) wurde stilbildend und schmückt die Südfassade der Hochschule. Der Asta der Hochschule, so wurde berichtet, unterstellt dem Dichter und dem Gedicht Sexismus: „Diese Gedicht …anzuschauen, wirkt wie eine Farce und eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können.“ Man setzt sich durch und bringt den Akademischen Senat auf seine Seite: Das Gedicht wird überpinselt.

Zitiert aus dem Newsletter 25.01.2018 geschrieben von Frau Fritsch-Weith / Buchladen am Bayrischen Platz

Im RBB vom 24.1.2018 widerspricht Eugen Gomringer den sexistischen Inhalten explizit und kündigt rechtliche Schritte an. Die Fassade soll künftig alle 5 Jahre neu gestaltet werden. Der Ursprungstext von Gomringer wird laut Hochschule auf einer kl. Tafel an der Wand präsent bleiben.  (C.Kreiser)

 

 

Heather Weston – Buchbinden

 

In ihrem Buch ‚Buchbinden – vom Handwerk zur Kunst‘  (Haupt Verlag 2010) führt die englische Buchkünstlerin Heather Weston auf leicht verständliche Weise in die Grundlagen des Buchbindens ein. Und liefert mit zehn ausgewählten Künstlerbüchern ein Kompendium sinnvoller Zusammenhänge zwischen Bindung und Thema eines selbstgemachten Buches.

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Wunderbar anregend. Zum Ausprobieren, Nachahmen, Weiterdenken…

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Archiv – Streng geheim! 05. 3 – 13. 5.2018


Skriptuale Malerei und Graphik

von Eberhard Hartwig

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Eberhard Hartwig, BRIEF, 2006/07, Rohrfeder, Fett-Tusche, Pigmente auf Papier 3,25 x 1,33 m, Detail-757-2 Foto E. Hartwig

Ein Stasi- oder FBI-Archiv? Bibliothek von Alexandria? Eberhard Hartwig nimmt Bezug auf über 6000 Jahre Schrift-/Kommunikationsgeschichte, von den ersten Bilderschriften über fernöstliche bis zu Geheimschriften. Mit seinen BRIEFEN in Schrift-/Buchrollenform zitiert er ebenso chiffrierte Berichte wie für Fremde nicht lesbare Tagebuch-AUFZEICHNUNGEN. Was ist aufzeichnungswert und damit bewahrenswert? Wie geht es uns z.B. bei Beschriftungen in Japanisch? Wie fühlen sich Immigranten in Deutschland dabei? Wie kommunizieren wir? Sprache und Schrift formen die Wahrnehmung der Welt jedes Individuums und prägen gleichzeitig seine Verortung darin. In Sprache und Schrift sind Denken und Tun, Autonomie und Kollektivität miteinander verwoben. Als Instrument für Teilhabe und Herrschaft ermöglichen sie Emanzipation und Unterdrückung gleichermaßen.

 

Eröffnung/Opening: Sonntag, 04.03.2018, 15 Uhr

Begrüßung/Welcome: Albrecht Pyritz, Direktor Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz
Laudatio: Juliana Hellmundt, Kunsthistorikerin/art historian
Musikalische Umrahmung/Musical framing: „Collec Tiv“

Ort/Location: Museum Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz, Schloßstraße 12/13, 17235 Neustrelitz, Telefon: 03981 2390999

 

 

Blick I Wendungen bis zum 15.4.2018

 

In der Rathaushalle Frankfurt/Oder, der ehemaligen Galerie für Junge Kunst, die seit Juli 2017 mit dem DKW Cottbus zum Brandenburgischen Landesmuseum fusionierte, sehen Sie bis zum 15.4.2018 sprach- und schriftbezogene Arbeiten vorwiegend aus den achtziger Jahren. Texte als Strukturen werden für Antoni Starczeski, Günter Hornig, Karla Sachse und Frank Voigt zu Bildanlässen. Der Widerspruch von Wort zu Bild beschäftigt Cornelia Schleime, Hans Ticha und Joseph W Huber. Ein sehr schön präsentierter größerer Komplex von Carlfriedrich Clauss Transparenten zeigt beidseitig dicht beschriebene Blättter, die zwischen Schrift und Skizze changieren. Die großformatigen Installationen im Eingangbereich befassen sich mit Überlagerungen von Schriften oder Schriftinhalten. Leider fehlen Katalog und/oder Erläuterungen zu den ausgestellten Arbeiten.

 

‚Die in “Blick | Wendungen” ausgestellten Arbeiten von rund 20 Künstler*innen aus Deutschland und Polen zeigen Positionen beim Umgang mit Text im Bild, seit den 1960er-Jahren bis heute, in Malerei, Zeichnung und Siebdruck, in Fotografie, Collage und De-Collage, Mail-Art, Plakat, Rauminstallation und Künstlerbuch aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, ergänzt durch Leihgaben weiterer Institutionen, wie dem Carlfriedrich Claus-Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz, dem Buch- und Schriftmuseum Leipzig, dem Stadtmuseum Berlin und zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler.‘

http://www.museum-junge-kunst.de/html/fr_ausst.htm

Ist Sprache eine Waffe ?

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Der Salon Sophie Charlotte der Berlin Brandenburgischen Akademie am Gendarmenmarkt in Berlin befaßte sich in der Nacht vom 19.1.2018 auf vielfältigste Art und Weise mit dem Thema Sprache bzw. Sprachen. Literarische Lesungen, story telling, Gebärdensprache, Kalligrafie, wissenschaftliche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Netzliteratur, Führungen durchs Archiv : ein wunderbar umfassendes Programm.

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Der Studiengang Lichtdesign der Beuth Hochschule lieferte zum Thema ‚Schönheit der Sprache‘ stimmungsvolle Bilder in den Fluren und Eingangsbereichen. Der Paternoster umgewandelt als Satzgenerator, Stück für Stück zogen Sprachbrocken vorbei.

Was nicht zusammen passte, waren die Besucherzahlen und die gewählten Veranstaltungsräume. In eklatantem Missverhältnis zum Besucherandrang  waren die über 5 Geschosse verteilten Räume nur für jeweils 10-20 Personen geeignet. Der Rest des interessierten Publikum staute sich in den vollkommen ungenügenden Zuwegungen und störte so mit Lärm und Durchlaufen unbeabsichtigt die Veranstaltungen. Was für eine Verschwendung.