Ich möchte lieber nicht

Bartleby, the Scrivener von Herman Melville

Die Geschichte eines grossen Zauderers, der mit seinem sehr vorsichtig-höflichen Widerstand dennoch Position bezieht. Im englischsprachigen Raum ein Klassiker.

Bartlebys Lieblingssatz: I would rather prefer not to …   (Ich möchte lieber nicht…)

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Schöne Bücher aus Brandenburg im Bildungsforum Potsdam

 

 


Eine Messe für schöne Bücher wird 2018 in Potsdam neu ins Leben gerufen:


 

Photobände, Buchdruckeditionen, Künstlerbücher, in kleinen Verlagen mit viel Liebe und noch mehr Ausdauer erdacht, gedruckt und gebunden, alles im Land Brandenburg. Weihnachtliches und Karten werden am 1.12.2018 ebenfalls zu erwerben sein.

 

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zB. aus dem Programm der Galerie Vavais/Alexander Scholz

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zB Fotobücher aus dem Verlag Hagen von Kornbach

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oder Künstlerbücher von Constanze Kreiser

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Die Mondschere schneidet Gedankenkreise zurecht

 

Toteissee

ein weiteres Buch über Grenzen:

des Beschreibens,

des Vorstellens,

des Autauschs

und vom Nachdenken über Übergänge zwischen Leben und Sterben

 

Wie beim Toteissee, einer Art geologischen Ausschmelzverfahrens, eröffnet das Verschwinden neue Räume. Der verlorene Eiskörper bietet Platz für ein lebendiges Gewässer. Die Morphologie des Verschwindens hinterlässt sichtbare Abdrücke und Spuren, die dem  physischen Verfahren des Druckens sehr ähnlich sind, wenn auch immateriell und für jeden anders, sind diese Spuren doch universell lesbar und unumgänglich.

 

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Das von Hand in Kleinstserie gesetzte und gedruckte  Buch befasst sich mit dem Verschwinden. Es ist reich  und farbig bebildert mit Original Linolschnitten und Siebdrucken.

In den poetischen Texten verschiedener Autoren geht es um Prozesse der Auflösung: des Körpers, des Alltags, der eigenen Existenz, des Sterbens.

 

 

 

 

 

Ich lese gerade … XV

Zsuzsa Bánk – „Schlafen werden wir später“  Frankfurt am Main 2017


Ein Brief- bzw. Mailroman, der uns eine seit der Kindheit bestehende Freundschaft begleiten läßt. Ein Austausch zweier Frauen mittleren Alters, die sich über das Schreiben und Forschen an der Sprache austauschen. Und dabei ihre unterschiedlichen Lebenssituationen vergleichen, die Wohnorte, den Alltag mit und ohne Kindern, die Hindernisse beim Schreiben, Arbeitsumstände, Gesundheit, Zukunft. Gedanken zu Freundschaften und Familienstrukturen, die nur in diesem Austausch möglich sind. Es entsteht ein Bild sich nahestehender Menschen, die sich einander anvertrauen,

Bei mir als Leser wuchs von Seite zu Seite die Sehnsucht nach einem derartig tragfähigen Beziehungsgeflecht, nach einer ähnlich friedlichen Geborgenheit in all dem Alltäglich zu bewältigenden, wo das ausgesprochen werden kann, was man selbst noch nicht zu Ende gedacht hat, sodaß ich das 688 Seiten starke Buch mehr und mehr wie ein Pause, eine Erholung, einen Begleiter über mehrere Wochen empfunden habe.

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Aufgrund seiner manierierten Sprache mit vielen Wiederholungen und mangelnder Handlung ist das Buch vielfach kritisiert worden, trotzdem gab es für mich auf den meisten Seiten kleine Wortbilder zu entdecken, so flüchtig, daß sie zum Zitieren nicht taugen, die aber doch einen Reichtum besitzen, der auf das Erzählte zurückwirkt.

Und wer über die Alltagslarmoyanz der beiden Hauptfiguren hinweg sehen kann, könnte auch Metaebenen des Schreibens wahrnehmen, eine Droste von Hülshoff Biografie aus den eingestreuten Fakten zusammensetzen, Parallelen ziehen zwischen den drei vorgestellten schreibenden Frauen.

Feuer Und/Oder Wasser – Ausstellung

Und/Oder: ein work in progress

Constanze Kreiser

15.11. – 13.12.2018
Di – Fr, 14 -18 Uhr,
Galerie B, Haus der Künste, Lindenstr. 4, Frankfurt/Oder
Frankfurter Kunstverein e.V.

13.12.2018 um 19.30 Uhr Einladung zur Finissage


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Unter der Brücke 2018 C.Kreiser

 

Der Frankfurter Kunstverein hat Constanze Kreiser für einen Ausstellungs- und Arbeitsaufenthalt im Projekt „Regenerativverfahren“ ausgewählt. Vom 15.11.-13.12. 2018 wird sich die Künstlerin mit dem Thema Stoffwandel auseinandersetzen. Paracelsus Vorstellungen zum Körperstoffwechsel sind dafür der Ausgangspunkt. Aufnahmen der Oder werden Wasser und Wärme ausgesetzt. ‚Feuer und/Oder Wasser‘ zeigt als work in progress diese Wandlungsprozesse, die ab dem 15.11. in der Galerie öffentlich ablaufen werden. Die Ergebnisse der unterschiedlichsten Einwirkungen werden am 13.12.2018 um 19.30 Uhr in einer Finissage präsentiert.

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Unter der Wasseroberfläche: ein Weg  2018  C.Kreiser

Constanze Kreiser ist Konzeptkünstlerin, sie setzt sich mit gesellschaftlichen Themen wie Körpermanipulationen (z.B. 2004 mit ‚Unter die Haut‘) und Grenzen des Lebens auseinander, um sie in eine begreifbare künstlerische Form zu bringen: als Bild, als Text oder in beliebige räumliche Kombinationen von beidem.

 

 

 

 

SCRIBERE – Wolfgang Buchta

Vom 12.8.2018- 10.02.2019 zeigt die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel unter dem Titel ‚Scribere‘ Blätter und Bücher des österreichischen Grafikers Wolfgang Buchta, die seinen eigenen Weg zeigen, mit Text im Bild umzugehen:

Auf sehr lebendigen Untergünden, mit feinsten Kaltnadelradierungen hergestellt, bettet sich jeder einzelne Buchstabe mit viel Umraum in das Gesamtgefüge und bleibt als Text doch präsent und lesbar.

 

Es gibt sehr viel zu sehen – diesmal werden 3 (sonst meist einer!) Räume der HAB mit wunderbar stringenten Zusammenstellungen bespielt. In dem opulenten Katalog lassen sich die Eröffnungsreden z.B. von Herrn Dr. Soltek und Herrn Dr. Burschel nachlesen.

Wolfgang Buchta, Jahrgang 1958, war zur Eröffnung anwesend und beschrieb, wie seine Arbeiten mit dem geduldigen Abschreiben der Texte von Kafka, Poe oder Melville beginnen, einem monatelangen Verinnerlichen des Erzählten und Ausprobieren von ersten Satzideen, bevor sich Bildideen dazu gesellen dürfen.

„Die Möglichkeit als Künstler alle Sinne anzusprechen wird im Medium Buch ganz erfüllt“

http://www.hab.de/de/home/museum-kulturprogramm/ausstellungen/wolfgang-buchta-scribere-zeichnen—aufzeichnen—schreiben.html

SCHATTENGARTEN

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Ein Buch entsteht aus:


  • einer Idee, dem Zusammentreffen von

  • Bildmaterial mit einer festen Form

  • mit der Auswahl verschiedener Text zum Thema veränderter Gartenkultur

  • mit einem verbindenden Dritten wie Schwarz-Weiss, dem Menschen, die Abmessungen, die Durchsichtigkeiten

  • einem Prozess unklarer Ausdehnung (Hier: Beginn Mai 2015, Ende April 2018)

 

Schattenrisse

Deutsches Buch- und Schriftmuseum

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Das Gebäude schiebt sich wie ein schwebender Buchrücken in den Strassenraum. Es handelt sich um die vierte Erweiterung der Dt. Nationalbibliothek Leipzig, eine fünfte wird gerade vorbereitet.

In dem klimatisierten Gebäude ist unter dem Titel ‚Zeichen-Bücher-Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode‘ ein geschichtlicher Abriss der Entstehung von Zeichen zu sehen. Auch in unterschiedlichen Kulturen. So zeigt das obere Foto eine Gussform koreanischer Schriftzeichenstempel.

Sehr anschaulich werden Materialien und Werkzeuge zusammen mit den Ergebnissen (Palmblattbücher, beschriftete Holztafeln, Papierrollen, Pergamente …) gezeigt bis hin zu einem kleinen Ausflug in die Typographie und deren Rückbezüge auf gesellschaftliche Strömungen. Sehr informativ und anregend zugleich.

Di-So 10-18 Uhr,Do 10-20 Uhr, Feiertags (ausser montags) 10-18 Uhr:     Eintritt frei

Eine kleine Sonderausstellung zum 100. Geburtstag des Typographen Albert Kapr zeigt noch bis zum Jahresende Teile seines in Leipzig befindlichen Nachlasses. Der Nachlass ist komplett digital erfaßt und daher online recherchierbar.

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Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig empfängt Besucher in einem opulenten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, leicht gedämpftes Licht stimmt auf die Tätigkeit des stillen Lesens ein. Dafür gibt es drei Lesesäle unterschiedlichen Alters, die viel über den damaligen Zeitgeist aussagen.

Deutsche Nationalbibliothek    Deutscher Platz 1   in   04103 Leipzig