Monstera Monkey Mask: Katrin Magens im Kunsthaus Salzwedel

Vergangenen Sonntag (11.7.2021) ging die Ausstellung Monstera Monkey Mask im Kunsthaus Salzwedel zu Ende, die seit dem 9.10.2020 lief und coronabedingt mehrfach über den 10.1.2021 hinausverlängert wurde. Die Dannenbergerin Katrin Magens zeigte mit Holzschnitten, Zeichnungen, Skulpturen und Skizzenbüchern einen reichhaltigen Überblick ihrer vielfältigen künstlerischen Aktivitäten.

Schon auf den 1. Blick fühlt man sich in die zwei gegenüberliegenden Räume im Obergeschoss des Kunsthauses eingeladen. Die blaue Wand mit den vier großformatigen, in ihren Ocker-Schwarztönen afrikanisch anmutenden Drucken auf Damast leuchtet in den Flur. Im anderen Raum scheint es farblich zurückhaltender zuzugehen: eher blau-pastellfarben und in hellen Holzrahmen gefaßt sind dort Themengruppen arrangiert, eine hinterleuchtete Gruppe kleinerer Skulpturen auf Sockeln zeigt sich erst bei Betreten des Raums.

Katrin Magens mehrschichtige Drucke arbeiten viel mit schwarz. Auf den Blättern mischen sich flächige Formen, die teilweise Durchblicken auf das dahinterbefindliche zulassen, mit Liniengruppen, die ebenfalls eine Verbindung zum Hintergrund herstellen. Alle größeren Flächen sind belebt, zeigen zurückhaltende innere Strukturen, verlocken zu einem immer genaueren Hinsehen. Räumlichkeit entsteht auf Magens Holzschnitten durch Überdruckungen, also einem Davor und Dahinter, denen sich die gewählten Farbhelligkeiten manchmal widersetzen, oder durch ein Zusammenfassen verschiedener Formen mit schwarzen Linien im letzten Druckgang. Alle größeren Flächen sind durch zurückhaltende innere Strukturen belebt, die Drucke verlocken so zu einem immer genaueren Hinsehen.

Die Skulpturen von Katrin Magens benehmen sich ähnlich wie ihre Drucke: sie entstehen aus Gruppen von kompakt-gnubbeligen Körpern und leichten sie umschwirrenden Linien in Form von Drahtgeflechten und Stützmaterialien. Auch hier kippt der Besucherblick zwischen den beiden Angeboten hin und her. Die Plastiken werden durch unterschiedliche Materialien wie Holz, Wachs, Eisen und gefüllte Stoffhüllen mit vielfältigen Motiven aufgeladen, die sich nicht unter einem Thema zusammenfassen lassen und damit viel Platz für Spekulationen anbieten.

Glasvitrine mit Tagebüchern

Als weiterer großen Themenkomplex sind die Katrin Magens Tagebücher ausgestellt. Ich stelle mir vor, dass sie auf den Reisen entstehen, von denen Katrin Magens Bilder erzählen. Beispielhaft ist eine Gruppe von kleinformatigen Zeichnungen zu einem großen Wandbild gefügt, denn die Vitrine mit etwa 20 gleichformatigen Tagebüchern ist verschlossen. Man kann aber Collagen und Zeichnungen erkennen, die sich in einem stringenten Farbraum von schwarz-rot-ocker zu bewegen scheinen. Wer es genauer wissen möchte, dem sei der wunderbare Katalog ebendieser Tagebücher empfohlen, der anläßlich dieser Ausstellung entstand und zur Ansicht und zum Kauf ausliegt.


Weiterführende Informationen:

http://www.hinterhaus.de

http://www.kunsthaus-salzwedel.com

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