243 Postcards for Perec – a project by Linda Parr – 1.6.-31.7.2021 in Bristol/UWE

Dies ist ein partipatives Projekt, was Linda Parr schon 2020 für den 40. Todestag Perecs am 3.3.2022 begonnen hat: Sie forderte auf zu frei assozierten bildlichen Ergänzungen zu den 243 Text-Urlaubsgrüssen, die Georges Perec 1978 an Italo Calvino sandte. (https://archive.bridgesmathart.org/2018/bridges2018-253.pdf)

Diese waren jedoch alles andere als spontan und auch nicht von unterwegs verschickt worden. Stattdessen entwickelte Perec ein Muster, mit dem er die Stereotpien von Ortangaben, eigenem Zustand, Essen und Heimkehr 243 mal neu kombinierte. Derzeit sind alle dazu eingesandten Bild-Postkarten in der Bower Ashton Library in Bristol zu sehen. Als Wanderausstellung werden sie auch an anderen Orten bis Ende 2022 gezeigt werden.


Linda Parr on her project, which travel around till the end of 2022:

I’m delighted to confirm that the project will indeed be exhibited in the Bower Ashton Library of the University of the West of England, in Bristol, from June 1st to July 31st.
Covid precautions mean that the library will only be open to staff and students, but all the works will be formally displayed in a manner suitable for your CVs, résumes and personal satisfaction.
I will of course put photographs on Twitter and Instagram.
Despite this soft launch, it will be only the beginning of the adventure for the postcards, they will travel to other venues over the next couple of years. 

It will be the 40th anniversary of Georges Perec’s death next year, a timely reminder of how his works continue to fascinate and inspire. 

So, the project has had its ’soft’ launch, but things are far from over yet, a touring exhibition and a publication are in the offing! I’m looking at a touring schedule for the exhibition now, thank you to those of you who have already contacted me about this.
The publication is underway. I’m delighted to announce that Mireille Ribière, renowned Perec scholar, board member of the Association Georges Perec, (and a fellow postcard artist) is going write a bilingual essay, and Philip Terry, the editor of The Penguin Book of Oulipo, has already written a generous foreword.

https://www.translatetheweb.com/?from=en&to=de&ref=SERP&dl=de&rr=UC&a=https%3a%2f%2fwww.bookarts.uwe.ac.uk%2fperec21%2f


Monstera Monkey Mask: Katrin Magens im Kunsthaus Salzwedel

Vergangenen Sonntag (11.7.2021) ging die Ausstellung Monstera Monkey Mask im Kunsthaus Salzwedel zu Ende, die seit dem 9.10.2020 lief und coronabedingt mehrfach über den 10.1.2021 hinausverlängert wurde. Die Dannenbergerin Katrin Magens zeigte mit Holzschnitten, Zeichnungen, Skulpturen und Skizzenbüchern einen reichhaltigen Überblick ihrer vielfältigen künstlerischen Aktivitäten.

Schon auf den 1. Blick fühlt man sich in die zwei gegenüberliegenden Räume im Obergeschoss des Kunsthauses eingeladen. Die blaue Wand mit den vier großformatigen, in ihren Ocker-Schwarztönen afrikanisch anmutenden Drucken auf Damast leuchtet in den Flur. Im anderen Raum scheint es farblich zurückhaltender zuzugehen: eher blau-pastellfarben und in hellen Holzrahmen gefaßt sind dort Themengruppen arrangiert, eine hinterleuchtete Gruppe kleinerer Skulpturen auf Sockeln zeigt sich erst bei Betreten des Raums.

Katrin Magens mehrschichtige Drucke arbeiten viel mit schwarz. Auf den Blättern mischen sich flächige Formen, die teilweise Durchblicken auf das dahinterbefindliche zulassen, mit Liniengruppen, die ebenfalls eine Verbindung zum Hintergrund herstellen. Alle größeren Flächen sind belebt, zeigen zurückhaltende innere Strukturen, verlocken zu einem immer genaueren Hinsehen. Räumlichkeit entsteht auf Magens Holzschnitten durch Überdruckungen, also einem Davor und Dahinter, denen sich die gewählten Farbhelligkeiten manchmal widersetzen, oder durch ein Zusammenfassen verschiedener Formen mit schwarzen Linien im letzten Druckgang. Alle größeren Flächen sind durch zurückhaltende innere Strukturen belebt, die Drucke verlocken so zu einem immer genaueren Hinsehen.

Die Skulpturen von Katrin Magens benehmen sich ähnlich wie ihre Drucke: sie entstehen aus Gruppen von kompakt-gnubbeligen Körpern und leichten sie umschwirrenden Linien in Form von Drahtgeflechten und Stützmaterialien. Auch hier kippt der Besucherblick zwischen den beiden Angeboten hin und her. Die Plastiken werden durch unterschiedliche Materialien wie Holz, Wachs, Eisen und gefüllte Stoffhüllen mit vielfältigen Motiven aufgeladen, die sich nicht unter einem Thema zusammenfassen lassen und damit viel Platz für Spekulationen anbieten.

Glasvitrine mit Tagebüchern

Als weiterer großen Themenkomplex sind die Katrin Magens Tagebücher ausgestellt. Ich stelle mir vor, dass sie auf den Reisen entstehen, von denen Katrin Magens Bilder erzählen. Beispielhaft ist eine Gruppe von kleinformatigen Zeichnungen zu einem großen Wandbild gefügt, denn die Vitrine mit etwa 20 gleichformatigen Tagebüchern ist verschlossen. Man kann aber Collagen und Zeichnungen erkennen, die sich in einem stringenten Farbraum von schwarz-rot-ocker zu bewegen scheinen. Wer es genauer wissen möchte, dem sei der wunderbare Katalog ebendieser Tagebücher empfohlen, der anläßlich dieser Ausstellung entstand und zur Ansicht und zum Kauf ausliegt.


Weiterführende Informationen:

http://www.hinterhaus.de

http://www.kunsthaus-salzwedel.com

Aktuelle Ausstellung Galerie 40 in Berlin

Young-ja Zimmermann
Gabriele Nocker
„Crossing“

3.7. -16.7.2021 Öffnungszeiten:

Mittwoch – Sonntag:   15:00 Uhr –  18:30 Uhr
und nach Vereinbarung –  Tel. 0170 807 95 86

KUNST40 

Breite Straße 40
14199 Berlin-Schmargendorf

Schnell muss man sein, um die am vergangenen Wochenende eröffnete Ausstellung „Crossing“ der beiden Berliner Künstlerinnen Young-ja Zimmermann und Gabriele Nocker in der Schmargendorfer Galerie 40 anzuschauen, denn sie läuft nur zwei Wochen (noch bis zum 16.7.2021). Doch es lohnt sich. Klein und kompakt wird dort ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Farben und Formen angeboten, das ganz entspannt Gemeinsamkeiten der Keramiken von Gabriel Nocker und den Malereien von Young-ja Zimmermann herausstellt.

Die stark farbigen wandhängenden Arbeiten von Young-ja Zimmermann sind auf der Grenze zwischen Abstrakt und Landschaft verortet. Sie selbst nennt Naturfragmente als ihren Malanlaß. Je nach Abstand zum Bild springen die Eindrücke zwischen diesen Fragmenten und räumlichen Anordnungen hin und her. Es macht Freude, die vielen kleinen zeichnerischen Details, eingebettet in rote, blaue oder gelbe Farbflächen, zu entdecken.

Ähnlich genau hinschauen muss man bei Gabriele Nockers Skulpturen. Die leicht schrägen Kuben in Raku Technik im Eingangsraum haben mit ihren Krakelüren ebensoviel Sehenswertes zu bieten wie die keramischen Kompositionen mit Eisenfundstücken, die um die Ecke als Gruppe von fünf aufmarschiert sind. Verspielt und figrativ, so verschiedenee Oberflächen, dass man gern mit der Hand drüberstreichen möchte.

Im zweiten Raum ist die Farbigkeit etwas zurückgenommen: eine graue Doppelskulptur im Fenster harmoniert mit den beiden hellen Papierarbeiten, die zeichnerisch-verschwommene Stadtstimmungen zeigen. Die beiden Tonskulpturen im Fenster könnten sich evtl. gerade darüber unterhalten?

Eine Arbeit ist tatsächlich gemeinsam entstanden: auf den leicht geniegten und verdrehten Kuben von Gabriele Nocker hat Young-ja Zimmermann die Oberflächen gestaltet. Sie stehen mit einem ähnlichfarbigen Gemälde im Dialog.

www.koreanarts.de

www.gabriele-nocker.de

Buchvorstellung: ‚Bücher binden‘

Bücher binden von Monica Langwe erschien im März diesen Jahr im schweizer Hauptverlag, ist aber eine schwedische Lizenzausgabe von 2016. Optisch anspruchsvoll aufgemacht (mit Fotos von Thomas Harrysson) macht es Monica Langwe einem leicht, sich auf eines der 25 vorgestellten Projekte einzulassen und es direkt nachzuarbeiten.

Die vorgestellten Projekte reichen beim Buchbinden von einfachen Heften über filofaxähnliche Bindungen mit Lederumschlag. Auch kompliziertere Nähvorgänge sind anschaulich dargestellt und beschrieben. Es entstehen feine geometrische Buchrückenmuster, der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Langwes Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung der Bucheinbände und Aufbewahrschachteln, sie setzt dafür sehr unterschiedliche Materialien wie kaschierte Stoffe, Leder, Knöpfe, Poster und andere Recyclingmaterialien ein. Monica Langwe bietet Hilfe beim Einstieg ins Buchbinden für kreativ Neugierige.

Das Buch besteht aus 2 Teilen. Ziemlich genau in der Mitte wechselt es vom Buchbinden zum Falten. Dort sind Leporellos und Falttechniken (u.a. von Hedi Kyle) vorgeführt, aber auch kleine Faltschachteln asiatischer Herkunft. Wieder sind viele dekorative Vorschläge darunter. Gut funktionieren die vorgeschlagenen Papiere. Auf den ersten 15 Seiten wird knapp aber informativ in die Geschichte des Papiers, Techniken und Werkzeuge eingeführt. Am Buchende findet sich ein recht ausführliches Glossar, tlw. auch mit englischen Begriffen. Wie immer beim Hauptverlag folgen die Bezugsquellen im deutschsprachigen Raum.


Bücher binden: 25 Buchobjekte aus Papier und Faden

Gebundene Ausgabe – Bern 2021

Monica Langwe, Haupt Verlag, 28 €