17. Brandenburgischer Kunstpreis 2020

Vom 4.7. bis 30.8.2020 waren die Arbeiten von etwa 80 brandenburgischen Künstlern im Schloß Neuhardenberg zu sehen. Dicht gedrängt fanden sich dort Plastiken, 2 Videoarbeiten und  verschiedene wandhängende Formate.

Laut Veranstalter sollen trotz – oder wegen – Corona um die 2000 Besucher diese Ausstellung besichtigt haben, ablesbar am Eintritt von 5,-€ (für eine vom Land ausgerichtete und von etlichen Sponsoren unterstützte Ausstellung, die offenbar unkuratiert die ausgewählten Werke alphabethisch sortiert präsentierte). Dieses Jahr wurde zudem – obwohl mehr Zeit als sonst zwischen Abgabe und Eröffnung verblieb – auf den in der Ausschreibung versprochenen Katalog verzichtet).

Die wunderbaren Fotoarbeiten waren in einem separaten Gebäude zu besichtigen. Da stellt sich die Frage, wem solche Ereignisse dienen?

Arbeiten von Tobias Kielinger und Constanze Kreiser

Eine Nachlese aus den ca. 160 nicht ausgewählten Arbeiten findet auch dies Jahr wieder im Foyer des Rathaus Hoppegarten statt. Ebenfalls dicht gedrängt im Wartebereich des Bürgerservices. Die in Flyer und Ansprache betonte Wertschätzung von Kunst läßt sich in beiden Formaten nicht wiederfinden. Ebensowenig wie in der ausbleibenden Unterstützung des Landes für coronabedingte Einkunftsausfälle der so gelobten Künstler.

Ausgezeichnet wurden 2020:

Carola Kirsch, Graphik

Marguerite Blume-Cardenas, Plastik

Johannes Heisig, Malerei

Ingar Krauss, Fotographie

Manfred Butzmann, Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

Nachwuchsförderpreis: Larissa Rosa Lackner

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern!

Lichtparcours Braunschweig

13. Juni bis 9. Oktober 2020

Beim 5. Lichtparcours illuminieren 19 skulturale und filmische Lichtkunstwerke international renommierter Künstlerinnen und Künstler rund um die Uhr die Ufer- und Wasserlandschaft des Flusses Oker. Im Mittelpunkt des Lichtparcours 2020 steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wasserlauf der Oker und seinen 24 Brücken sowie das Wasser in Kombination mit Licht. Kraftvolle, farbintensive, abstrakte Installationen bilden einen Kontrast zu dem von Werbung durchdrungenen Stadtraum. (zitiert nach https://www.braunschweig.de/tourismus/lichtparcours/lichtparcours.php am 24.08.2020)

In diesem Sommer lädt die Oker als Leitlinie durch die Stadt ein: verschwiegene kleine Wege wechseln dabei mit öffentlichen Parks, gut ausgeschildert läßt sich so ganz nebenbei zu Fuss, per Boot oder per Rad die Braunschweiger Innenstadt umrunden.

Paul Schwer
Die Wärterin

Von den 19 Kunstwerken sind 15 temporär, 4 permanent installiert. Einige der Künstler wie Brigitte Kowanz ode Marc Dion sind sehr renommiert, andere scheinen frisch zum Lichtthema vorzustossen. Hier einige meiner Eindrücke, allerdings nur bei Tageslicht. Am besten ist es, selbst auf Entdeckungstour zu gehen und sich überraschen zu lassen: Einige Unorte wie Unterführungen haben auf einmal ungeahnte Qualitäten.

Tim Etchells – In the Trees

Andere laden zu einem Besuch mit Freunden ein, hier der Musikschulgarten mit seinem zur Bar umgenutzten verspielten Gartenpavillon. Es leuchten unter Bäumen die schimmernden Tische.

Julian Turner, Florian Pfaffenberger & Andreas Harrer
Bar du Bois

Ganz nebenbei entdeckt man Kunst im öffentlichten Raum aus früheren Epochen. Hier die Rehe von Anatol Buchholtz. 1968 aufgestellt. Ein wenig Kunstgeschichte im Vorübergehen. Auch nach dem 9. Oktober zu finden.

Karl Hagemeister in Potsdam

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Schon seit dem 8. Februar diesen Jahres läuft die wunderbare Hagemeister Ausstellung im Potsdam Museum am Alten Markt. Obwohl mir vielfach davon berichtet wurde, bin ich erst nach der Wiederöffnung dorthin gekommen und war ausserordentlich beeindruckt. Von der Menge der Arbeiten aus dem Museumsbestand. Der systematischen Präsentation, die unterschiedliche Varianten einzelner Standorte vorstellt. Die eine Einordnung mit den Zeitgenossen vornimmt, die Freundschaft mit Carl Schuch zeigt. Wegen der eigenwilligen Mal- und Sichtweise Hagemeisters. Seinem entbehrungsreichen Leben neben den berühmten Kollegen der Berliner Sezession, deren Gründungsmitglied Hagemeister war – Liebermann und Corinth haben ihn öfters in Werder besucht.

1911 erfolgte der erste Ankauf eines Bildes. Seine 1. Einzelausstellung mit 29 Werken in Berlin hatte er allerdings erst 2018 im Alter von 70 (!).  1914 erhielt er eine Ehrenprofessur, 1923 erfolgte die Berufung an die preussische Akademie der Künste. 1933 fand die Ausstellung zum 85. Geburtstag in der Nationalgalerie Berlin statt. Am 5.8.1933 starb Hagemeister in Werder.

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Gut gefallen haben mir die präsentierten Arbeitsmaterialien Hegemeisters: Skizzenbücher, eigene schwarzweiss Landschaftsaufnahmen auf Glas, Farbtuben aus seinem Atelier werden jeweils in Zusammenhang mit fertiggestellten Motiven gestellt.

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Und schließlich haben mich mit Hagemeisters Lebensmittelpunkt Werder die Havelauenansichten begeistert. Nicht wegen der Idylle, sondern wegen der sehr eigenwilligen Techniken und der Experimentierfreude Hagemeisters. Extrem pastose Pinselstriche, vieles, was weggelassen, nicht naturalistisch erfaßt wird. Pastellkreiden auf grundierter Leinwand ergeben eine solche Lebendigkeit der Bilder, dass mitunter der Ausstellungsraum zu klein ist, um zurückzutreten und die unterschiedlichen Fernwirkungen auszuprobieren.

Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschafts- und Wanderausstellung vom Museum Georg Schäfer in Schweinfurt und dem Kunstmuseum Ahrenshoop, die Ausstellung wird anschließend an den beiden weiteren Standorten in Deutschland präsentiert.

88 Arbeiten sind auf der ersten Schau des ‚Hagemeister Reigens‘ zu sehen, darunter 18 bedeutende Gemälde weiterer Künstler, angefangen von Friedrich Preller d. Ä., Carl Schuch, Francois Daubingy, Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Lesser Ury, bis hin zu Walter Leistikow, welche die Entwicklung der modernen Landschaftsmalerei zur Jahrhundertwende veranschaulichen. Eine vergleichende Gegenüberstellung des Malers Hagemeister und seiner Zeitgenossen wird anhand von ausgewählten Öl- und Pastellarbeiten möglich. (aus dem online-Ankündigungstext des Museums)

Empfehlenswert ist auch der aufwändige Katalog für 26,-€.

 


 

20200725_125325Unter Beachtung der Hygienieregeln ist die Ausstellung bis 6. September 2020 zu sehen.

DI – So | 12 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Am Alten Markt 9
14467 Potsdam

BESESSEN

 

 

Das Foto zeigt die Eröffnung am 31.8.2020 der Ausstellung ’68‘ mit Zeichnungen und Stühlen von Jeanette Goldmann und Feunden.

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Mein Gastbeitrag: eine etymologische Studie zum Wortumfeld von Sitzen und Herrschen

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Der Ausstellungsuntertitel ‚die Reise nach Jerusalem‘ bot Anlass für eine räumliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sitzen. In einer Art Hexenkreis aus Begriffen zum ‚Sitzen‘ entsteht eine Skulptur in der Art einer Picknickanlage. Allerdings unbenutzbar aufgrund der labilen Konstruktion, der Höhen, der fehlenden Beinfreiheit, der entfernten Tischoberfläche sowie des Rostes.

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Stattdessen wickelt sich ein breites Band um den leeren Tischrahmen, das Redewend-ungen mit ’sitzen‘ auflistet.  Besucher sind aufgefordert, die Textrolle aufzuwickeln und auf Entdeckungstour zu gehen: 18 m lang finden sich darauf Sitzsituationen, die räumliche und gleichzeitig soziale Konstellationen beschreiben. Von Ungleichheiten, Besitz und Hierarchien ist die Rede. Eingrenzen und Ausschliessen. Oben und unten. Sprache als Abbild von Gesellschaft.

 


 

Aktuell zu sehen in der Kunsthalle Brennabor vom 1.8. -6.9.2020

Geschwister-Scholl-Straße 10-13 14776 Brandenburg an der Havel

Mittwoch-Sonntags 13.00-18.00 Uhr

 

 

HERZATTACKEN_OHNE_ENDE

 

In den wunderbar lichten Räumen des Kunsthauses Sans Titre findet seit dem 18. Juli noch bis zum 15. August 2020 die Ausstellung der bibliophilen Literatur- und Kunstzeitschrift Herzattacke statt.

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Nunmehr ist das 104. Exemplar voller Erstveröffentlichungen erschienen. Beteiligt sind mehr als 440 Autoren im Zusammenspiel mit 170 Maler- und GraphikerINNEN. Von Maximilian Barck gegründet und mehr als 30 Jahre von der Künstlergruppe Herzattacke – federführend in den letzten Jahren sind Mikos Meininger und Mike Bruchner – fortgeführt. Ein Anlass zu feiern. In Form einer Ausstellung mit Werken der beteiligten Künstler und mit Lesungen der dort aufeinander treffenden Autoren. Und in Form eines Katalogs, dessen Umschlag zugleich das Plakat der Ausstellung ist und alle bisherigen Titel der Herzattacken abbildet.

Die ebenso auf dem Boden ausgebreiteten 104 Bände zeigen eindrücklich die Vielfalt der künstlerischen Positionen. Die von ihnen bedeckte Fläche ist das beeindruckend grosse Zentrum der Ausstellung. Sie liegt direkt unter den Oberlichtern und fällt beim Betreten des Obergeschosses über die rückwärtige Treppe als erstes in den Blick. An den Wänden hängen ergänzende Werke der beteiligten Künstler. Auch sie – wie die Titelblätter der Zeitschrift – sehr verschieden in Technik, Thema, Format. Inhaltliche Übereinstimmungen nicht ausgeschlossen:

 

 

Am vergangenen Samstag (25.7.2020) las ein entspannter Ron Winkler dort aus seinen neuen Texten (blaue Hefte am Boden), die er gerade als Stipendiat in Rheinsberg 2020 verfasst hatte.

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Vor dem Haus im Schatten lud der Trägerverein zu Kaffee und Kuchen ein. Ein sommerliches Vergnügen, das sich mit einem Konzert und arabischen Büffet abends fortsetzte. Hier für alle, die das verpasst haben, die weiteren Veranstaltungen im August:

 

„Die Amazonenschlacht“

Daniel Fitzenreiter:

Zur Kunst der Restaurierung

30. Juli, 19:30 Uhr

2. Lesung aus „Herzattacke“:
Markus Metke und Brigitte Struzyk
9. August 2020, 16 – 18 Uhr

Grüne Bühne
Jazz, Lyrik und bunte Knete
13. August 2020, 19:30 Uhr

 

 

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Die Ausstellung ist Mi-So von 14-18 Uhr geöffnet.

Französische Str. 18 in 14467 Potsdam

http://www.sans-titre.de