Art in a Box

Das neue Buch ‚ Art in a Box‘ der Papiergestalterin Marlis Maehrle – das dritte von ihr im Hauptverlag – befasst sich ausschließlich mit Kästchen als Präsentationsform: Archive der Wunderdinge nennt Marlis Maehrle sie. Und tatsächlich finden sich in den Kisten die seltsamsten Zusammenstellungen, die auf den Betrachter den Zauber unbekannter Welten ausüben. Aber auch die Strenge von Archivarien, die Beliebigkeit von Setzkästen, die Verspieltheit von Vogel- oder Puppenhäusern. In diesem changierenden Dazwischen werden einige grundlegende Strategien zum Umgang mit Raum und Material vermittelt.

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Die Kapitelunterteilungen lauten: fertig gekaufte Kästchen, Schachteln und Schachtel-deckel, vorgefundene Holzkisten. Klappkästchen und Dosen sowie selbstgemachte Kisten. Grundsätzlich unterscheiden sich die Strategien des Bearbeitens in den Kapiteln nicht. Besser wäre esvielleicht gewesen, das Ganze nach Größe oder Füllideen zu ordnen, so bleibt es etwas beliebig.

Das Buch klingt aus mit etlichen Beispielen anderer Kästchennutzer und einem Material- und Literaturnachweis – für mich der anregendste Teil des Buches, das weder durch das vollgestopfte Layout noch durch Ideenreichtum besticht. Es liefert solide Arbeitsan-leitungen, eine ausführliche Darstellung der Arbeitsmittel und ist für Einsteiger sicher gut geeignet. Raffinesse oder Kunst, so wie im Titel versprochen, sucht man hier vergeblich. Was sehr schade ist, denn Marlis Maehrle hat viele, ganz feine Arbeiten im Bereich Papier- und Buchobjekt gemacht.


Marlis Maehrle   Art in a Box   Bern 2018 (175 S.)   39,90 €

 

 

 

 

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