Chambre subtil in Potsdam

Eine monatliche Sonntagsmatineé mit Albrecht Walter.

Seit 7 Jahren befasst sich der aus München zugezogene Albrecht Walter autodidaktisch mit Künstlerbüchern. Seit etwa einem Jahr gibt es in der Charlottenstr. 121 in Potsdam einen von ihm gestalteten Raum, der wechselnde eigene und fremde Werke auf 6 schwarzen Schultafeln zeigt: seine Unikathek, in der auch die Vorführungen seiner Bücher stattfinden.

Er behandelt in seinen etwa 40 unterschiedlich großen Exemplaren, die bislang entstanden sind, Text- und Bildzusammenhänge, kreist um Sprache(n), ringt den Wörtern Bedeutungen ab, sucht nach Rhythmen.

Albrecht Walter während der Lesung am 10.3.2019

Dies ist auch wörtlich zu nehmen, da er seine Lesungen auf den unter-schiedlichsten Instrumenten selbst begleitet. Am verregneten Vormittag des 10.3.2019 hat er Zungeninstrumente mitgebracht, also Mundharmoniken und eine alte Concertina. Er spielt mit Tönen und mit der Luft, die die Technik der Concertina hörbar macht. Er bläst in mehrere Mundharmoniken gleichzeitig, tlw. auch mit der Nase, verdichtet diese Akkorde in einem selbstgebauten Schalltrichter zu einem sehr sauberen, weichen, umfassenden Klangkörper.

Nach etwa einer Stunde Vorführung gibt es die Gelegenheit, in den mitgebrachten Büchern zu blättern, lockere Gedankenfolgen, Aphorismen in sauberer Handschrift stehen jeweils kleinen Grafiken gegenüber.

Jedes Buch beginnt mit der Wahl des Titels und der Malwerkzeuge samt deren Farbraum. Es wird dann Stück für Stück gefüllt. Gern wäre man dabei, um diesem stillen Arbeiten und Nachdenken, das sich vom Bild zum Satz und zurück bewegt zu zusehen oder sogar nachzueifern.

Die nächste Sonntagsmatinee findet jeweils am 2. Sonntag des Monats, also am 14.4.2019 statt, dann evtl. sogar schon in dem kleine Innenhofgärtchen.

Über das Reisen und das Fehlen von Licht

Ein kleiner Wochenendworkshop mit Reiseimpressionen, die zu einem privaten Buch werden sollen.

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030319 – Reisen

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030319 – Variationen

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030319 – Essenz

Kein Tagebuch, kein scrapbooking, sondern die Essenz des Gefundenen herauszu-arbeiten, war das Ziel.

Ich lese gerade … XVIII

Eshkol Nevo    Wir haben noch das ganze Leben (2012)


Eshkol Nevo, geboren 1971 in Jerusalem, gehört heute zu den wichtigsten Schriftstellern seines Landes. Sein erster Roman ›Vier Häuser und eine Sehnsucht‹ stand 2005 auf der Shortlist des bedeutendsten Literaturpreises in Israel, dem Sapir Preis, 2008 wurde er in Frankreich mit dem Raymond Wallier Preis des Salon du Livre ausgezeichnet, 2009 war er auf der Longlist des Independent Prize. ›Wir haben noch das ganze Leben‹, sein zweiter Roman (Golden Book Prize, Israel 2007, Adei Wizo Preis, Italien 2011), war nicht nur in Israel, sondern auch in Deutschland ein Bestseller.(dtv web


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o.T Siebdruck 2016 Constanze Kreiser

»Ein Glück, dass es Weltmeisterschaften gibt«, sagt Juval zu seinen Freunden Churchill, Amichai und Ofir. »So gerinnt die Zeit nicht zu einem großen Klumpen, denn alle vier Jahre kann man innehalten und schauen, was sich verändert hat.« Seit ihrer Schulzeit in Haifa sind die vier befreundet. Nun sind sie um die dreißig, leben in Tel Aviv und suchen sich ihren Platz im Leben. Sie schauen gemeinsam Fußball, ringen um Frauen und persönliche Wertvorstellungen, stellen ihre gegenseitige Zuneigung aber nie infrage. Beim WM-Finale 1998 macht Amichai einen folgenschweren Vorschlag: »Was ich mir gedacht hab, sagte er, ist, dass jeder auf einem Zettel notiert, wovon er träumt, wo er in vier Jahren sein will. In persönlicher Hinsicht, in beruflicher. In jeder Hinsicht. Und bei der nächsten Weltmeisterschaft öffnen wir die Zettel und gucken, was in der Zwischenzeit passiert ist.«

Die aus einer Laune geborene Idee soll das Freundschaftsgefüge tief erschüttern. Juval, der ruhige und nachdenkliche unter den vieren, übernimmt die Rolle des teilnehmenden Beobachters: Die vier verschiedenen Lebenswünsche fest im Hinterkopf, erzählt er, wie es ihm und seinen Freunden in den kommenden Jahren ergeht. Er verfolgt die beruflichen und persönlichen Entwicklungen seiner Freunde, beschreibt Schicksalsschläge und tiefe Verletzungen – und untersucht, was Freundschaft ausmacht.        Tina Rausch


Ein seltsames feines Buch, was erst langsam an Tiefe gewinnt. Fast nebenher ist viel über Israel und seine Gesellschaft zu entdecken, über mögliche Haltungen zum Leben, bevor man sich ganz und gar in diesen selbstgenügsamen Erzähler Juval verliebt, der die Dinge zu ordnen versucht, ohne einzugreifen, alle Verhältnisse beschreibt, ohne seine eigene Rolle dabei zu beleuchten und schließlich den vier erzählten Jahren eine Symmetrie abringt, die wunderbar sinnlos ist und doch ganz und gar überzeugend.

 

 

 

 

 

SW>Y>PE ::: I und II

Taking part in a conceptual project of Caren Florance about swiping technologies:

Write me a script for the zine. Send me your script with instructions as to pagination, and let me know if there’s a special spot on a page where something particular should go. If you’d prefer, I can send you the digital file and you can interact with the pages directly using Photoshop or any other graphic software, then send them back to me. Once you have participated, I will send you the link to the other contributions. You will also receive five physical copies (and you can buy more very cheaply). I am planning to create a web version where people can click in and out of the various versions. Of course, the other participants and their versions are out in the open now, but everything else still stands.

https://carenflorance.com/#

Was ist Swipen?

Um auch längere Texte auf mobilen Geräten einfach und schnell tippen zu können, entwickelte die Firma Swype Inc. 2008 die neue gleichnamige Technologie Swype. Diese beinhaltet grob gesagt, dass aus einer kontinuierlich gezogenen Linie über die benötigten Buchstaben das daraus wahrscheinlichste Wort ermittelt wird.

I am pondering about the surfaceness of glassed screens, touch panels, which enable the soft swiping movements nearly without touching, without any physical effort, without any physical resistence.

This little attempt is all about pressure and leaving impressions.

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The historic attempts before swiping of making something move or starting a machine might have been:

carrying – children, goods,

a sound or a sign with the arm – to let animals start working

tearing – a vehicle, a sledge, some animals

pressing and turning – a handle, a wheel, the heater, the doorknob

pushing and pulling – a button, a door,

which means:  giving one’s own power to make something move

This little attempt is all about the structure of conception.

there are more to follow …