Ich lese gerade … XIV

Lionel Shriver—Das Leben, das wir haben (München2011)


Zeit ist Geld. Dieses Zitat von Benjamin Franklin steht zu Beginn des Buches und ist eine Kurzzusammenfassung des Buches: es beschreibt zwei befreundete Familien, die auf verschiedene Arten ihr Geld verlieren bzw. gegen Lebenszeit eintauschen.

Auf 540 Seiten entwickelt die amerikanische Autorin eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Sterben, bzw. dem Leben mit Krankheit. Allerdings ganz ohne Dogmatismus, sondern extrem spannend in einer alltäglichen Sprache, die einem anfangs oberflächlich glatt vorkommt. Die gut beobachteten Alltagsveränderungen ziehen den Leser in eine verstörende Zwangsläufigkeit der Ereignisse, auch dies eine Finte, die erst zum Ende aufgelöst wird.

Berufliches Scheitern oder Erfolg wäre ein ebenso intensiv abgehandeltes Thema. Aber eigentlich geht es um die Haltung zu den Umständen, die das Leben aufzwingt. Diese Haltung wird an den wenigen Personen auf eine Art vorgeführt, die allen Charakteren ihre Würde beläßt und dem Leser das Herz zerreisst– ganz ohne Kitsch.   (Juli 2018)

 

Bild (14)
Formationen 2015 C.Kreiser (lavierte Tuschezeichnung)

 

 

 

 

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