Deutsches Buch- und Schriftmuseum

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Das Gebäude schiebt sich wie ein schwebender Buchrücken in den Strassenraum. Es handelt sich um die vierte Erweiterung der Dt. Nationalbibliothek Leipzig, eine fünfte wird gerade vorbereitet.

In dem klimatisierten Gebäude ist unter dem Titel ‚Zeichen-Bücher-Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode‘ ein geschichtlicher Abriss der Entstehung von Zeichen zu sehen. Auch in unterschiedlichen Kulturen. So zeigt das obere Foto eine Gussform koreanischer Schriftzeichenstempel.

Sehr anschaulich werden Materialien und Werkzeuge zusammen mit den Ergebnissen (Palmblattbücher, beschriftete Holztafeln, Papierrollen, Pergamente …) gezeigt bis hin zu einem kleinen Ausflug in die Typographie und deren Rückbezüge auf gesellschaftliche Strömungen. Sehr informativ und anregend zugleich.

Di-So 10-18 Uhr,Do 10-20 Uhr, Feiertags (ausser montags) 10-18 Uhr:     Eintritt frei

Eine kleine Sonderausstellung zum 100. Geburtstag des Typographen Albert Kapr zeigt noch bis zum Jahresende Teile seines in Leipzig befindlichen Nachlasses. Der Nachlass ist komplett digital erfaßt und daher online recherchierbar.

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Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig empfängt Besucher in einem opulenten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, leicht gedämpftes Licht stimmt auf die Tätigkeit des stillen Lesens ein. Dafür gibt es drei Lesesäle unterschiedlichen Alters, die viel über den damaligen Zeitgeist aussagen.

Deutsche Nationalbibliothek    Deutscher Platz 1   in   04103 Leipzig

 

 

Heckenrosenfinsternis

 

 

Eine kleine Beobachtung zur selbst importierten, angebauten und schließlich unerwünschten Vegetation auf Nordseeinseln samt sprachlicher Aneignung:

Die aus Ostasien stammende Kartoffelrose (Kamtschatkarose, Rosa rugosa) wird oft auch als Dünenrose bezeichnet. Sie wurde aber erst im 20. Jahrhundert auf Sylt als Gartenpflanze eingeführt. Inzwischen wächst die Kartoffelrose auch an vielen Stellen auf Heideflächen und in den Dünen und kann dort in wenigen Jahren größere Flächen überwuchern und ist daher auf Sylt eine Bedrohung für die Artenvielfalt, da sie einheimische Pflanzen wie z.B. Krähenbeere, Besenheide, Dünenrose und Stranddistel verdrängt.

 

http://www.sylt-2000.de/Album/Natur/Duenenrose/duenenrose.html

 

Ein Buch über Wunsch + Wirklichkeit entsteht

 

 

 

 

 

Ich lese gerade … XIV

Lionel Shriver—Das Leben, das wir haben (München2011)


Zeit ist Geld. Dieses Zitat von Benjamin Franklin steht zu Beginn des Buches und ist eine Kurzzusammenfassung des Buches: es beschreibt zwei befreundete Familien, die auf verschiedene Arten ihr Geld verlieren bzw. gegen Lebenszeit eintauschen.

Auf 540 Seiten entwickelt die amerikanische Autorin eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Sterben, bzw. dem Leben mit Krankheit. Allerdings ganz ohne Dogmatismus, sondern extrem spannend in einer alltäglichen Sprache, die einem anfangs oberflächlich glatt vorkommt. Die gut beobachteten Alltagsveränderungen ziehen den Leser in eine verstörende Zwangsläufigkeit der Ereignisse, auch dies eine Finte, die erst zum Ende aufgelöst wird.

Berufliches Scheitern oder Erfolg wäre ein ebenso intensiv abgehandeltes Thema. Aber eigentlich geht es um die Haltung zu den Umständen, die das Leben aufzwingt. Diese Haltung wird an den wenigen Personen auf eine Art vorgeführt, die allen Charakteren ihre Würde beläßt und dem Leser das Herz zerreisst– ganz ohne Kitsch.   (Juli 2018)

 

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Formationen 2015 C.Kreiser (lavierte Tuschezeichnung)