Ich lese gerade … XI

Lisa Sandlin   Ein Job für Delpha (Berlin 2017)


Delpha trifft nach 14 Jahren Gefängnis neu auf die Welt. Zufallsbegegnungen führen zu Unterkunft in einem Altenheim und zwei Jobs, einer davon als Sekretärin in einer sich neu gründenden Detektei, ein anderer als nächtliche Krankenpflegerin. Die getrennt vorgestellten Personen und Erzählstränge verknüpfen sich zu einer gemeinsamen Geschichte. Fast zu gut werden am Ende alle Fäden mit einander verbunden. Das Spannende dieses Krimis ist das Wieder-Heimisch-Werden Delphas. Viele überraschend tiefgründige Beschreibungen von Orten und Figuren machen das Buch lesenswert.

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Das Licht vor dem Fenster war schwächer geworden, die Dunkelheit war eingedrungen und hing unter der Decke.

Sie atmete die Stille, das Schweigen – Droge, Balsam, Blume, Frucht und Medizin. Sie nahm sie in ihr Inneres auf, wo sie sich ausbreitete, Ritzen und Löcher ausfüllte. Die Stille von Menschen, die nicht da waren. Die Stille der Kommode. Des schmalen Betts. Die Stille der Leere an den Stellen, wo keine Möbel standen. Die Stille in dem moosgrünen Zimmer stieg zu durchsichtigen Mauern auf. Die Stille der Vorhänge, die eine Brise bewegte. Die Stille des Türschlosses.  (S.48)

 

 

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