Ich lese gerade … X

Juli Zeh      Leere Herzen (München 2017)


BAM

Eine Parabel ? Eine Zukunftsvision ? Eine einfach Beschreibung dessen, was schon stattfindet ? Juli Zehs neues Buch ist schwer einzuordnen. Als Roman ist es zu dogmatisch, als Negativ-Utopie zu wenig weit gedacht. Die Figuren müssen sich (samt ihren sich selbsterklärenden Namen) ihren Aufgaben beugen und nur Julietta, die Selbstmörderin, gewinnt im Verlauf der 347 Seiten ein wenig an Persönlichkeit. Alle Positionen sind besetzt, Bewegung findet kaum mehr statt. Die Welt—und insbesondere Braunschweig—sind postfaktisch aufgeräumt.

 

»Der moderne Mensch leidet unter Weltinnen-raum-Klaustrophobie«, verkündet Janina. »Ha?«, macht dieses Mal Richard und lacht. »Globalisierung bedeutet, nirgendwohin fliehen zu können«, erklärt Janina. »Weil alles immer schon überall ist. Da wird Selbstmord zum letzten Notausgang.«

»Eigentlich geht es vor allem darum, dass Körperkapitalismus letztlich Seelenkommunismus ist. Knut legt Kraft in seine Stimme, um sich zurück ins Gespräch zu bringen. »Ein Schauspieler steht an der Rampe und erzählt sein Leben, auf eine Weise, dass alle im Publikum denken, er spricht über sie.«  (S. 92)


 

 

 

 

 

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